Reportagen

Vom Probenraum bis auf die Bühne - Reportage

„Wir sind Rocker keine Hippies“
Improvisation Auftritt - Der lange Weg vom Probenraum zur Bühne

Freitag, 16:00

„I’m feelin’ good, I’m feelin’ fine…“ Schon als ich auf den Parkplatz der Musikschule Bad Salzuflen fahre, höre ich die ersten Töne der Bandprobe. Und es hört sich ziemlich gut an. Das scheint doch ein viel versprechender Nachmittag zu werden.

Die Musikschule befindet sich in dem alten Schloss Stietencron der Stadt.
Vor dem Eingang ist ein Beet mit vielen Blumen. Rechts und links davon führen zwei lange Schrägen hoch zu der breiten und schweren Holztür. Die vordere Front ist über und über mit Fenstern versehen und der Eingang ist von einem Balkon überdacht, der von vier Säulen gestützt wird. Das Gebäude ist knapp 300 Jahre alt und macht einen ehrfurchtsvollen Eindruck.

Ich habe heute die Ehre hier der Band addListener bei ihrer Probe zusehen zu dürfen. addListener, das sind vier Jungs aus Bad Salzuflen. Diese Gruppierung hat sich aus einer ehemaligen Band zweier Mitglieder entwickelt. Die jetzige Formation besteht so seit 2006. Auf meine Frage, wie sie denn auf ihren Bandnamen gekommen seien, folgte ein betretenes Schweigen. Nach einigen Blicken in die Runde mussten die Jungs dann zugeben, dass sie das eigentlich selber nicht genau wüssten. Es gab den Namen der alten Band „IchErUndEr“, den es zu ändern galt, da allein die Anzahl der Personen schon nicht mehr stimmte. Denn die aktuelle Band besteht schließlich aus vier Mitgliedern und nicht mehr aus dreien.


Jonas Ricken (Gesang), Hendrik Wittemeier (Gitarre), Marius Raabe (Bass) und Andreas Möllers (Schlagzeug) musizieren in einem der Bandräume im Keller des Schlosses. Dort können sie soviel „Lärm“ machen wie sie wollen, ohne die 550 anderen Schüler zu stören. Von „Lärm“ spreche ich deshalb, weil die sehr rockigen Stücke - die die Band übrigens alle selber schreibt und komponiert – für manche Ohren sicherlich als Solcher empfunden werden könnten. Die Musik hat nichts mit schmusigen Songs von Robbie Williams zu tun und auch der sonstige Boy Band-Mainstream wird nicht bedient.
Aber es rockt! Und auch Funk und Reggae wissen die Musiker gekonnt in ihre Stücke einzubauen. „Wir sind Rocker keine Hippies!“, kommt da von Andreas Möller, den aber alle nur Andi nennen.
Wenn die Jungs dann in die Saiten greifen und das Schlagzeug malträtieren kann man einfach nur gute Laune bekommen. Sofort greift die Spielfreude der Rocker auf einen über und man kann nicht mehr still stehen. Und das die Jungs Spaß an ihrer Musik haben, dass müssen auch die merken, die mit der Musik an sich vielleicht nichts anfangen können.

Der Bandraum hat sehr viel Charme. Das alte Gemäuer des Schlosses ist nicht versteckt worden und wird in das Gesamtkonzept gut integriert. Alte in die Wand eingemauerte Weinregale werden nun als normale Ablagen für Noten, Mikrofone und Kabel genutzt. In den alten Rundbögen stehen die modernen Boxen und sogar ein Kamin ist vorhanden. Der Mix aus Alt und Neu macht die Atmosphäre des Schlosses aus. „Das ist noch mal ein ganz anderes Feeling“, meint auch Marius Raabe.

Seit 1983 ist die städtische Musikschule im Schloss zu Hause. Und das ist eigentlich etwas, auf das die Stadt stolz sein sollte und was es zu unterstützen gelte. Doch die Politiker sehen leider, wie so oft, auch in diesem Fall nur die Finanzierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Da die Stadt aber kein Geld zur Verfügung hat läuft schon seit geraumer Zeit eine Diskussion darüber, das Schloss zu verkaufen. Somit könnten die Kosten an den Käufer abgetreten werden.
Sollte es wirklich zu einem Verkauf kommen, müsste die Musikschule in den Keller der hiesigen Volkshochschule verlagert werden. Dass dort keine Atmosphäre herrscht und auch keine Möglichkeiten vorhanden sind, vor Ort Konzerte zu geben, kann man sich denken.
Aber was zählt schon Atmosphäre, Unterhaltung und Tradition, wenn man wieder einmal ein paar Euro sparen kann….

Heute ist eine ganz besondere Probe für die vier Jungs. Eine Generalprobe. Denn Morgen steht ein Auftritt auf dem „RockKonzert“ bevor. Die Mitglieder von addListener sind die Organisatoren dieser Veranstaltung mit Bands aus der Umgebung. Insgesamt drei Rockbands sollen an dem Abend den Zuschauern einheizen. Dabei gilt bei allen das Motto „Eigenes statt Coversongs!“.

Die Jungs sind nervös. Eigentlich sind sie zwar schon alte Hasen was Auftritte angeht, aber als Organisatoren haben sie diesmal schon eine besondere Rolle. Und das selbst gesteckte Ziel: Ein perfekter Auftritt!
Im Moment läuft es allerdings nicht so richtig rund. Ein paar schiefe Töne im Gesang. Ein falscher Akkord von der Gitarre und auch der Rhythmus des Schlagzeugers ist gerade etwas holprig. Aber das ist ein gutes Zeichen! Den unter Musikern ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass die letzte Probe vor einem Konzert nicht fehlerfrei sein darf. Denn nur dann kann man sich die Perfektion für den Auftritt aufheben.

18:00

Die Probe ist beendet. Aber Feierabend ist noch lange nicht. Die Instrumente und die gesamte Technik müssen noch verpackt und in den Bulli geladen werden. Jetzt ist auch meine Hilfe gefragt. Ich wickele rote, blaue und schwarze Kabel zusammen. Die Roten sind für Bass und Gitarre. Die Blauen für die Mikros und die Schwarzen für die Anlagen und Boxen. Die ganze Kabelage wird dann zusammen mit den Mikrofonen in einem alten, schwarzen Koffer verpackt. Man hat das Gefühl das auch dieser noch aus der alten, königlichen Zeit über geblieben ist.

Nach und nach werden die Sachen die alten Steinstufen am Hinterausgang hinaufgetragen. Die Stufen sind im Laufe der Jahrhunderte schon sehr abgetreten und rund geworden.
Langsam füllt sich der weiße Bulli, den sich die Jungs von der Stadt ausgeliehen haben.
Und dann ist auch wirklich Schluss für Heute. Morgen ist auch noch ein Tag. Und zwar der Tag der Tage!

Samstag, 14:00

Die Jungs sind schon wieder seit zwei Stunden am Arbeiten, als ich am Veranstaltungsort – dem Kesselhaus Lemgo - eintreffe.

Die Bühne aufbauen, die Technik kontrollieren und die anderen Musiker in den Ablauf einweisen. Dann noch die letzten Getränkelieferungen entgegennehmen, den Backstage – Bereich einrichten und nicht zuletzt die Nerven beruhigen.

Direkt links vom Eingang haben die Organisatoren einen Tisch aufgestellt, der heute Abend als Kasse dienen soll. Dort kann man sich dann auch seinen Stempel abholen, der immer wieder als Einrittskarte dient, falls man einmal den Raum verlassen möchte.
Ein Stück weiter befindet sich an der linken Seite die Theke.
Direkt gegenüber vom Eingang am Ende des Raumes ist die Bühne aufgebaut. Es ist ein nur ein kleines Podest. Aber große Ansprüche hat hier Niemand. Es zählt einfach nur die Freude am der Musik.
Rechts neben der Bühne kommt man dann in den Backstage - Bereich. Auch dieser ist nicht professionell eingerichtet. Es ist einfach nur ein kleiner Raum, in dem die Musiker ihre Sachen aufbewahren können und in dem sie kurz vor ihren Auftritten noch einmal ihre Stimme testen und ihre Instrumente stimmen können. Nicht mal ein Fenster gibt es.
Insgesamt ist das Gebäude nicht unbedingt gemütlich. Es ist sehr zweckgemäß eingerichtet und die Wände sind nur verklinkert. Das ist alles noch darauf zurückzuführen, dass es früher einmal ein Firmengebäude war, in dem – wie der Name schon sagt – Kessel standen. Und als es dann zu einem Veranstaltungsgebäude umgebaut worden ist, ist an der ursprünglichen Art nichts verändert worden.

Auf einmal knallt es und dann herrscht Totenstille. Stromausfall! Irgendwo gab es einen Kurzschluss beim Anschließen der Technik.
Jetzt herrscht reges Treiben. Mitten in dem Trubel höre ich noch Jonas rufen „Wo ist denn der bekloppte Sicherungskasten?“ – Eine Antwort bekommt er allerdings nicht.
Also laufen jetzt alle wild durcheinander und suchen verzweifelt nach dem „ollen Ding“ (Andi).
Im Aufenthaltsraum für die Bands werden wir dann schließlich fündig. Und stoßen auf eine weitere Kuriosität. Man kann nicht einfach nur wieder den Schalter umlegen, sondern muss noch ganz altmodisch die Sicherung rausdrehen, wechseln und dann wieder reindrehen.
Aber dann kann es weitergehen. Der Strom ist wieder da. Gott sei Dank!
Die Jungs werden langsam zum Nervenbündel. Was soll denn noch alles kommen?

Aber es bleibt nicht wirklich Zeit zum Nachdenken. Jetzt steht der Soundcheck an.
Jede Band spielt zwei ihrer Lieder einmal kurz an. Nach gut 20 Minuten ist es dann auch schon wieder vorbei. Alles super gelaufen. Die Musiker sind erleichtert. Ein weiterer Zwischenfall hätte den Zeitplan auch gehörig durcheinander geworfen.

Mittlerweile ist es 17.00 Uhr.
In 1 Stunde kommen schon die Gäste. Maximal 150 können es werden, mehr passen gar nicht rein. Aber so hohe Erwartungen haben die Musiker gar nicht. „Hauptsache, die die da sind haben Spaß. Genauso wie wir.“, meint Hendrik.

Die Leute hinter der Theke und hinter der Kasse sind eingewiesen. Die Technik ist komplett aufgebaut und die Instrumente stehen. Es kann also losgehen!
Dann wird es auch langsam Zeit sich für den Auftritt umzuziehen. Die Jungs verschwinden also erstmal im Backstage – Bereich.
Als sie geschniegelt und gestriegelt wieder vor mir stehen, trudeln auch schon die ersten Gäste ein. Ich sicher mir also erstmal schnell einen Platz in der ersten Reihe – bin ja schließlich auch „beruflich“ hier.

Besonders angezogen haben sich die Musiker alle nicht. Sie haben alle Sachen an, die sie auch so in ihrer Freizeit tragen. Es kommt ihnen ja auch auf die Musik an und nicht darauf, wie sie aussehen. Und die meisten Gäste, die hier sind, sehen das sicherlich genauso.
Wie die Jungs auf der Bühne auch haben die meisten Jeans und T-Shirt an.

Samstag, 17.50

Noch 10 Minuten bis zum Auftritt. Der Raum ist mittlerweile schon gut zur Hälfte gefüllt.
Die Spannung steigt. Auch bei mir. Dadurch das ich jetzt so ziemlich alles von Anfang an mitbekommen habe, bin ich auch gespannt, ob wirklich alles so geklappt, wie geplant. Es ist den Jungs wirklich nur zu wünschen, so viel Arbeit, wie sie hier hinein gesteckt haben.

Dann werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Es geht los! Endlich!
addListener steht auf der Bühne. Jonas (Sänger) begrüßt noch kurz die Leute, verliert aber nicht viel Zeit damit. Sie wollen lieber gleich anfangen.
Dann zählt Andi (Schlagzeug) ein. One, Two, One, Two, Three, Four.
Das Konzert hat begonnen.
Von Anfang an gehen die Leute mit. Einige wenige können sogar den Text und tanzen mit.
Ich schaue zu den Jungs und sie lächeln mich an. Ich kann die Erleichterung in ihren Augen sehen.
Sie haben es geschafft! Sie, als kleine Dorfband, haben es geschafft ein eigenes Konzert auf die Beine zu stellen. Aber was sie noch viel stolzer macht - sie schaffen es mit ihrer eigenen Musik Menschen zu begeistern.

Und das soll auch noch möglichst lange so bleiben. Immer ganz nach ihrem Motto „Keep on rockin’!“


1 Kommentar 4.8.08 11:58, kommentieren

IKEA-Restaurant - Reportage

Kaufst du noch oder isst du schon?!

Im IKEA-Restaurant Bielefeld-Brackwede

Ich fahre in ein viel zu enges Parkhaus und stehe nach einigem Rangieren endlich einigermaßen annehmbar. Und nun? Wo steig ich aus? Auf der Fahrerseite steht das benachbarte Auto gefährlich nah dran. Auf der Beifahrerseite ist direkt die Stange des „Einkaufswagen-Parkplatzes“ zu finden. Also doch die Fahrerseite. Ganze 10 cm geht meine Autotür auf. Zuerst die Beine….nein vielleicht doch lieber erst der Kopf. So, irgendwie bin ich draußen. Weiß selber nicht mehr, wie ich es letztendlich geschafft habe.
Und wenn ich jetzt nur daran denke, man hat einen Schrank, eine Matratze oder irgend etwas anderes Großes gekauft……oh, da kommt jemand. Genauer gesagt zwei Frauen, jede mit einem randvollen Einkaufswagen. Diese machen nur leider was sie wollen und lassen sich von den beiden Kundinnen nur schwer durch die engen Durchgänge bugsieren.
So, den ersten Durchgang haben sie bewältigt. Dann werd ich mal weiter.

Aus dem Parkhaus raus, geh ich circa 100m über den angrenzenden Parkplatz und muss ständig anderen, mit ihren Einkäufen kämpfenden, Kunden ausweichen.

Nächstes Etappenziel – die Drehtür. Geschafft!

Endlich steh ich im „Möbelhaus-Anziehungpunkt Nr. 1“! IKEA.

Jetzt noch die Treppe rauf, durch das Drehkreuz, ein letztes Mal rechts abbiegen und dann ist es da - das Restaurant.

Ich hol mir noch schnell einen Kaffee und dann kann es losgehen. „Big brother is watching you!“

Ich mache es mir auf meinem hellen, lehnenlosen Hocker bequem und prompt springt mir der erste Besucher ins Auge. „Alpenkick 08“ ist sein Motto und er trägt es auf seinem schwarzen T-Shirt durch die ganze Welt.

Nebenan eine asiatische Großfamilie mit einem Säugling und drei weiteren kleinen Kindern. „Besser ohne Rauch!“ prangt auf einem großen Schild direkt hinter ihrem Tisch. Diese Aussage prägt zusammen mit „Gratis nachfüllen!“ das Bild.

Nach und nach stürmen mehr und mehr Kunden mit Bestellscheinen in der Hand das Frühstücks-Buffet. Die „Böhsen Onkelz“ dürfen dabei natürlich nicht fehlen. In dem über und über mit IKEA-Papierlampen geschmückten Raum, gibt dieser Fan ein zuweilen recht seltsames Bild ab. Der komplett in Schwarz gekleidete Mann sticht schon hervor, vor den knallbunten, blumigen Schiebevorhängen - direkt vor dem Gartenarrangement. Blumen, Gießkannen, Töpfe, Schaufeln. Alles, was das Gärtnerherz begehrt.

Der „Onkel“ setzt sich auf einen roten Stuhl. An einen roten Tisch - alle mit Preisschildern versehen - zu seinen Kumpels.

Da läuft ein Mann mit einer Zeitung an meinem Tisch vorbei. Und ich bemerke, dass man hier schon recht gut lesen kann. Denn für so einen großen Raum ist es erstaunlich ruhig. Stimmengemurmel, Geschirrklappern und das leise Dröhnen der Kaffeemaschinen - wenn sie für Latte Macchiato, Cappuccino, Milchkaffee und Co. den Schaum aufschlagen - ist alles, was man hört. Allerdings ist es relativ dunkel. Die Papierlampen sind zwar sehr dekorativ, scheinen ihrem wahren Zweck allerdings nicht ganz gerecht zu werden.

Ich genieße gerade noch den Ausblick auf die Firma „Goldbeck“, die einem auf der anderen Seite der Glasfront direkt ins Auge springt – da sehe ich Schwarz, Rot, Gold. Direkt vor mir steht ein Mann mit einem „Deutschland“-T-Shirt. Er kämpft sich mit einem Kinderwagen zwischen den Tischen hindurch und zieht noch ein zweites Kind hinter sich her. Ebenfalls durchkämpfen muss sich auch die Putzfrau, die nicht müde wird, sämtliche Tische zum x-ten Mal zu säubern und unter ihnen zu fegen.

Auf einmal ist der „Onkel“ wieder da. Er kommt zum Nachfüllen an einen der Getränkeautomaten. Während er sich nachschenkt, kann ich auf seinem Rücken die kompletten Daten der letzten Tournee seiner favorisierten Band nachlesen – auf einer nachgeahmten Wirbelsäule sind diese Knochen für Knochen festgehalten.

Schon lenken mich die nächsten Besucher von meiner Lektüre ab. Ich schaue noch einmal auf meine Uhr, um mich zu vergewissern. Aber ja, es ist 11.00 Uhr – morgens! Und diese drei Herrschaften essen tatsächlich Pommes mit Kötbullern - den schwedischen Frikadellen. Dazu, wie es sich gehört, Multivitaminsaft bei den beiden Damen und eine Bionade-Holunder für den Herrn. Noch einmal ordentlich nachsalzen und dann – Guten Appetit! Nachdem man(n) sich vergewissert hat, dass kein Flaschenöffner zur Verfügung steht, wird die Flasche mit den Zähnen aufgemacht. Dann wird die Limonade in ein Glas geschüttet und einem Geschmackstest unterzogen. Mit skeptischen Blicken, aber ohne Worte, wird das Getränk als nicht unbedingt wohlschmeckend abgestempelt und stehen gelassen. Es wird stattdessen ein Wasser nachgeholt und gleichzeitig noch eine ordentliche Portion Ketchup für die Pommes mitgebracht.

Da schweift mein Blick zu einer Mutter mit ihrem Kind – insgesamt sind sowieso sehr viele Kinder hier – die beide „Pippi-Langstrumpf-Zöpfe“ tragen und auch sonst komplett aufeinander abgestimmt sind.

„Frau Dr. Kunwat möchte sich bitte beim Kundenservice melden. Frau Dr. Kunwat, bitte!“

Plötzlich hockt neben mir strotzig ein Mädchen auf dem Boden. Es ist ein Kind der asiatischen Großfamilie, die ich zu Anfang schon einmal beobachtet hatte. Es hat sich mit einer ihrer Schwestern gestritten und spricht nun mit sich selber. Da kommt die Schwester zurück, beugt sich zu der Kleinen runter – und dann ist alles wieder in Ordnung. Spätestens bei Mama auf dem Arm ist dann alles wieder vergessen.

„Der Fahrer des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen BI-XO 171 möchte bitte zu seinem Fahrzeug kommen.“

„Der Fahrer des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen BI-SK 161 möchte bitte zu seinem Fahrzeug kommen.“

Ich gucke mich noch einmal um, um das Bild der Menschen aller Altersgruppen und Typen, der jungen Pärchen und der vielen Schwangeren in mich aufzunehmen.

Da bricht die asiatische Großfamilie auf und auch die „Pommes-Gemeinschaft“ verlässt das Feld – also auch für mich Zeit zu gehen.

2 Kommentare 28.7.08 12:19, kommentieren