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Alkoholverbot für Minderjährige - Kommentar

„Jetzt erst recht!“


„Lass das sein. Das sollst du nicht. Das macht man nicht.“ So oder so ähnlich hören sich oft die Parolen der Eltern an, wenn ihre Kinder mal wieder irgendetwas ausgefressen haben.
Und wie oft reagieren die lieben Kleinen darauf mit Trotz.

„Jetzt erst recht!“, denkt sich der Nachwuchs. Denn was man nicht darf, ist spannend. Vor allem dann, wenn sie wissen, dass sie nur nicht dürfen, weil sie noch zu klein sind. Dabei sind sie doch gar nicht mehr klein. Sie sind doch schon so erwachsen -  mit ihren 15 Jahren.

 

Beim Thema Alkohol will sich nun auch noch die Politik mitmischen. Da in letzter Zeit ziemlich viele Jugendliche ihre Grenzen überschätzt haben, soll nun das staatliche Verbot her. Kein Alkohol für Jugendliche unter 18 Jahren!

Doch was ändert das staatliche Nein? Vielleicht wird es nun schwieriger mit 16 Jahren an sein Bier zu gelangen. Aber unmöglich wird es nicht. Das hat die Vergangenheit schon bei den bestehenden Regelungen gezeigt.

Und außerdem besteht nun die Gefahr, dass sie manche Eltern komplett aus der Verantwortung entziehen. „Was soll ich da noch zu sagen? Es ist ja gesetzlich verboten.“

Außerdem klärt ein Verbot noch lange nicht über die Gefahren auf. Und solange Kinder und Jugendliche nicht verstehen, warum sie noch nicht sollen und noch nicht dürfen, wird sich das Problem des Alkoholmissbrauchs nicht lösen.

Die Eltern und die Aufklärung in der Gesellschaft sind und bleiben der Schlüssel zum Erfolg. Denn nur wenn ich wirklich verstehe, kann ich auch mein Verhalten ändern.

 

Ansonsten bleibt man trotzdem bis Mitternacht weg. Raucht man trotzdem. Trinkt man trotzdem Alkohol. Denn man kann seine Grenzen ja schon einschätzen.

Und dann hat man den Salat! Hausarrest, weil man zu spät nach Hause gekommen ist. Pleite, weil die blöden Zigaretten immer teurer werden. Und richtig schöne Kopfschmerzen, weil die Grenze unerwarteter Weise wohl doch etwas niedriger lag, als gedacht.

Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, kommt die Mutter durch die Tür. „Hab ich dir nicht gesagt….“

Schon befinden wir uns im ewigen Kreislauf der Verbote und Trotzreaktionen. Und der Alkohol kann ungestraft weiter Opfer in seinen Bann ziehen.

1 Kommentar 11.8.08 10:48, kommentieren

Der Zoo - Kommentar

Der Zoo – die Arche Noah des 21. Jahrhunderts
Jetzt gerät auch noch die letzte Überlebenschance der Eisbären in die Kritik

 

Die beiden Eisbärenkinder „Knut“ aus Berlin und „Flocke“ aus Nürnberg sind in aller Munde und weltweit bekannt. Während in Deutschland seit 1980 rund 70 Eisbären unbeobachtet geboren wurden und aufgewachsen sind, gab es bei Knut kein Halten mehr. Das erste Eisbärenbaby seit 30 Jahren in Berlin war an sich schon eine Riesensensation. Durch die Handaufzucht des Kleinen, der von seiner Mutter abgestoßen wurde, entwickelte sich Knut allerdings zu einem weltweiten Medienphänomen.

Tierschützer fordern: Lasst die Eisbären frei! Besucher aus aller Welt hingegen sind so begeistert von den kleinen Tierbabys, dass die betroffenen Zoos einem riesigen Besucheransturm entgegenblicken.

Gut für die Tierparks, da sie nun einen Publikumsmagneten gefunden haben, der ihre sonst so leeren Kassen füllt.

Nicht immer gut für die Jungtiere, da die Menschenmassen und der Medienrummel ihnen zuweilen ganz schön zusetzen. Dies ist auch ein Grund, warum Tierschützer fordern, die Eisbären in Freiheit leben zu lassen. Außerdem werden die Tiere nicht artgerecht gehalten.

Bei Tierbabys, wie Knut und Flocke, die von Hand aufgezogen werden, bestehe zusätzlich noch die Gefahr, dass die Tiere zu sehr vom Menschen geprägt werden und ihnen das entsprechende Sozialverhalten für das Leben in einer Gruppe fehle.

In der freien Wildbahn hätte die Mutter das Tier abgestoßen – aber das hätte schon seinen tieferen Sinn gehabt. Die Natur reguliert sich selbst am Besten.

Aber hier kommen die anderen Tierliebhaber zu Wort, die einmal nicht nur an die Haltung wieder die Natur denken, sondern an die Tiere selbst.

Sie stehen dafür, dass Zoos eine der letzten Möglichkeit sind, vom Aussterben bedrohte Tiere zu retten. Die Natur könne sich aufgrund von Menschen verursachten Klimawandels eben nicht mehr eigenständig regulieren. Denn durch diesen wird der natürliche Lebensraum der Eisbären drastisch kleiner. Des Weiteren werden auch die Tiergehege immer mehr den natürlichen Lebensräumen angeglichen.

Somit haben wir also einerseits die vom Aussterben bedrohten Tiere, deren Überleben im Zoo gesichert wird, die ein unbedrohtes Leben führen können und die den Menschen mit ihrer Existenz auch noch eine Freude bereiten können.

Auf der anderen Seite haben wir den Eingriff in die Natur, die nicht genau artgerechte Haltung und die durch Medien und Menschenmassen gestörte Ruhe, die die Tiere in ihrem Rhythmus durcheinander bringen. Und über allem steht die finanzielle Ausschlachtung, sowohl von Seiten der Zoos als auch der Medien!

Aber warum schaut man sich nicht einfach einmal alle Seiten an und versucht das Beste daraus zu machen?

Die Tiere vor dem Aussterben zu retten, also im Zoo leben zu lassen und wo nötig auch in die Natur einzugreifen – aber eben so wenig wie möglich. Und vor allem nicht jede Geburt bis in kleinste Detail zu vermarkten und in alle Welt zu verkaufen!

2 Kommentare 26.7.08 13:38, kommentieren