Der Zoo - Kommentar

Der Zoo – die Arche Noah des 21. Jahrhunderts
Jetzt gerät auch noch die letzte Überlebenschance der Eisbären in die Kritik

 

Die beiden Eisbärenkinder „Knut“ aus Berlin und „Flocke“ aus Nürnberg sind in aller Munde und weltweit bekannt. Während in Deutschland seit 1980 rund 70 Eisbären unbeobachtet geboren wurden und aufgewachsen sind, gab es bei Knut kein Halten mehr. Das erste Eisbärenbaby seit 30 Jahren in Berlin war an sich schon eine Riesensensation. Durch die Handaufzucht des Kleinen, der von seiner Mutter abgestoßen wurde, entwickelte sich Knut allerdings zu einem weltweiten Medienphänomen.

Tierschützer fordern: Lasst die Eisbären frei! Besucher aus aller Welt hingegen sind so begeistert von den kleinen Tierbabys, dass die betroffenen Zoos einem riesigen Besucheransturm entgegenblicken.

Gut für die Tierparks, da sie nun einen Publikumsmagneten gefunden haben, der ihre sonst so leeren Kassen füllt.

Nicht immer gut für die Jungtiere, da die Menschenmassen und der Medienrummel ihnen zuweilen ganz schön zusetzen. Dies ist auch ein Grund, warum Tierschützer fordern, die Eisbären in Freiheit leben zu lassen. Außerdem werden die Tiere nicht artgerecht gehalten.

Bei Tierbabys, wie Knut und Flocke, die von Hand aufgezogen werden, bestehe zusätzlich noch die Gefahr, dass die Tiere zu sehr vom Menschen geprägt werden und ihnen das entsprechende Sozialverhalten für das Leben in einer Gruppe fehle.

In der freien Wildbahn hätte die Mutter das Tier abgestoßen – aber das hätte schon seinen tieferen Sinn gehabt. Die Natur reguliert sich selbst am Besten.

Aber hier kommen die anderen Tierliebhaber zu Wort, die einmal nicht nur an die Haltung wieder die Natur denken, sondern an die Tiere selbst.

Sie stehen dafür, dass Zoos eine der letzten Möglichkeit sind, vom Aussterben bedrohte Tiere zu retten. Die Natur könne sich aufgrund von Menschen verursachten Klimawandels eben nicht mehr eigenständig regulieren. Denn durch diesen wird der natürliche Lebensraum der Eisbären drastisch kleiner. Des Weiteren werden auch die Tiergehege immer mehr den natürlichen Lebensräumen angeglichen.

Somit haben wir also einerseits die vom Aussterben bedrohten Tiere, deren Überleben im Zoo gesichert wird, die ein unbedrohtes Leben führen können und die den Menschen mit ihrer Existenz auch noch eine Freude bereiten können.

Auf der anderen Seite haben wir den Eingriff in die Natur, die nicht genau artgerechte Haltung und die durch Medien und Menschenmassen gestörte Ruhe, die die Tiere in ihrem Rhythmus durcheinander bringen. Und über allem steht die finanzielle Ausschlachtung, sowohl von Seiten der Zoos als auch der Medien!

Aber warum schaut man sich nicht einfach einmal alle Seiten an und versucht das Beste daraus zu machen?

Die Tiere vor dem Aussterben zu retten, also im Zoo leben zu lassen und wo nötig auch in die Natur einzugreifen – aber eben so wenig wie möglich. Und vor allem nicht jede Geburt bis in kleinste Detail zu vermarkten und in alle Welt zu verkaufen!

26.7.08 13:38

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Julia (30.7.08 15:29)
Sehe ich auch so...und da habe ich meinen Kommentar gleich mal als Podcast aufgenommen ;-)

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